Tja, das Tempo erhöht sich.
Keine zehn Tag, nachdem in Niedersachsen das Rauchverbot – auch in privaten Unternehmen – eingeführt wurde, folgt nun der Schlag gegen das Streikrecht. Der für heute angekündigte vierstündige Streik der Lokführer-Gewerkschaft GDL im Güterfernverkehr wurde vom Arbeitsgericht Nürnberg per Einstweiliger Verfügung vorerst verboten und die Behandlung des GDL-Einspruchs erst für den morgigen Freitag angesetzt. Die Begründung: Der zu erwartende hohe Schaden für die Volkswirtschaft in der Urlaubszeit.
Unfassbar! Natürlich soll ein Streik weh tun – schließlich geht es hier um einen Arbeitskampf. Von Lokführern, die meines Wissens nicht mal 20 Prozent von dem verdienen, was Piloten bezahlt wird – obwohl sie eine ähnlich hohe Verantwortung tragen.
Wenn das Schule macht, werden bald alle Streiks in diesem Land mit ähnlich fadenscheinigen Begründungen untersagt.
Um das zu verhindern, sollten alle Nutzer der Bahn die Lokführer in ihrem Bestreben unterstützen. Gründet Fahrgemeinschaften und fahrt mit dem Auto zur Arbeit. Und zwar so lange, bis die Bahn den Lokführern ein angemessenes Salär bezahlt. Oder – wenn es um weitere Strecken geht, die Ihr nicht mit dem Auto fahren wollt oder könnt, steigt in den Flieger.
Lasst nicht zu, dass die Deutsche Bahn das Streikrecht in Geiselhaft nimmt. Wehrt Euch!


10 Kommentare
Ich finde das ehrlich gesagt auch eine Sauerei. Ich habe absolutes Verständnis für die Lokführer. Habe selbst einen im Bekanntenkreis (der beim letzten Streik auch dabei war), er verdient nicht wesentlich mehr als ich und bei mir könnte es schon mehr sein. Und dabei habe ich nicht einmal die Verantwortung für X-Hundert Leute…
Aber im Zuge der Klimaerwärmung finde ich ein Umlegen des gesamten Transports auf Autos/Flugzeuge auch nicht gerade die berauschendste Idee. Schöner wäre Schwarzfahren. Tut der Bahn auch verdammt weh. Dafür sollten die Kontrolleure sonen Semi-Streik machen, einfach mal nen Auge zudrücken. Und das ein paar mal pro Fahrt. “Aus Versehen” nen Schwarzfahrer zu übersehen wurde schließlich nicht vom Arbeitsgericht verboten. ;)
Tja – in punkto Klimaerwärmung vertrete ich halt völlig andere Ansichten als Du.
Und ob die Schaffner (vermutlich veraltet, die Bezeichnung) ihren Job riskieren, im den Lokführern dabei zu helfen, sich höhere Löhne zu erkämpfen, da habe ich so meine Zweifel.
Die Begründung, wenn sie denn tatsächlich so getätigt wurde, ist eine unglaubliche Frechheit. Da krisch isch Plack! Aber was ist schon von einem Land zu halten, daß an jeder, wirklich jeder Ecke anfängt, Rechte zu beschneiden. Und ich meine damit unsere Bürgerrechte, nicht die Rechten. Die könnten sie ja mal beschn…. ach, was reg ich mich auf!!!
Allerdings bin ich nicht ganz Deiner Meinung, was den Streikgrund angeht. Mag sein, daß Lokführer unterbezahlt sind. Davon habe ich keine Ahnung. Wenn es denn 20% weniger sind als Piloten, so ist das aber, das bitte ich mal zu beachten, immer noch ein recht ansehnliches Salär, oder irre ich mich hier völlig? Bitte um Aufklärung!
EDIT: Gerade mich mal ein wenig eingelesen. Tut manchmal not, sich erst zu informieren und dann loszuschreiben. Verwerfe (vorerst) den letzten Absatz und werde es in meinem blog mal versuchen, genauer zu betrachten. Danke für die Anregung!
Don, du hast eindeutig recht: Es geht auch hier darum die Freiheit der Bürger zu beschneiden. Die Gewerkschaften sind ja meines Erachtens schon länger auf dem absteigenden Ast und das ist auch so gewollt. Es gibt ein paar Branchen, wo praktisch keiner mehr in der Gewerkschaft ist und dann wundern sich aber alle, dass ihre Lohnforderungen im Nichts verpuffen, während die Börse boomt! Warum wohl?
lieben Gruß Windrider
Ein Lokführer verdient brutto als Einstiegsgehalt Euro 1.950,- und nach dreissig Jahren Dienstzeit ca. 2.200 Euro. So viel verdienen Bankangestellte im ersten Jahr nach ihrer Ausbildung!
Übrigens fahre ich keinen Zuch, so es sich vermeiden läßt, da gerade in NRW und gerade hier im Kreis Düsselorf schon seit Jahren jeden zweiten Tag der Zug nach Hause ausfällt. Bei der Häufung von technischen Defekten wundert es mich, dass die Bahn überhaupt einen Gewinn gemacht hat.
Wenn man etwas weiter weg möchte und zu zweit ist, spart man schon eine Menge Kohle, wenn man mit dem Auto fährt.
@ Don: Da hast du vermutlich Recht. Ein Kontrolleur wird seinen Job net dafür riskieren. War auch eher ein Wunschdenken, da mir die Klimaerwärmung halt auch zu Denken gibt.
Ich fahre auch so gut wie nie Zug, wenn ich mal weiter weg muss, schaue ich erst über mitfahrgelegenheit.de ob es da nicht was besseres gibt. Und erst wenn mir gar keine andere Option bleibt nehme ich die Dienste der DB in Anspruch. Und dann ist in 85 % der Fälle wieder irgendwas…
Das bleibt mir direkt die Spucke weg.
Ich fahre möglichst nicht mit den ÖV, weil die im Verhältnis zum Auto viel zu teuer sind und nie fahren, wenn man sie braucht.
Was die Lok-Führer für Löhne kriegen ist ja unter aller Sau – unglaublich – leider muss ich zugeben, dass ich keine Ahnung habe, was die hier verdienen.
Das härteste ist doch einfach die Begründung: der hohe Schaden für die Volkswirtschaft. Mal ehrlich, mittlerweile wird das doch zum einzigen Argument das zählt, bei allem. Wozu bitte hat man ein Streikrecht? Natürlich kann der Arbeitnehmer auch unbezahlten Urlaub nehmen und sich mit einem Plakat vors Büro stellen, hallo wo sind wir denn mittlerweile?
Es ist einfach nur ein Desaster.
Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte man darüber lachen. Ich finde es einfach nur eine bodenlose Frechheit, was da passiert ist mit den Lok-Führern. Da fehlen einem echt die Worte.