Du wirst vermutlich zurecht verehrt als einer der weisesten Menschen, die momentan auf unserem Planeten unterwegs sind. Keine Frage. Aber offenbar schützt auch größte Weisheit einen Menschen nicht davor, gelegentlich schweren Fehleinschätzungen zm Opfer zu fallen.
In einer Rede an Dein Volk, mit dem Du es von gewaltsamem Widerstand abhalten wolltest, sagtest Du gestern sinngemäß:
“Gewalt ist wider die menschliche Natur.”
Ich sage es zwar nur ungern, lieber Dalai Lama, doch diese Aussage ist unglücklicher Weise kompletter Unfug. Meine Lehrer in der Schule hätten mir dafür eine glatte Sechs gegeben. Nach dem Motto: Thema verfehlt.
Ein kurzer Blick in die menschliche Geschichte sollte Dir genügen, um zu erkennen, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Egal wann und wo, der Mensch war immer äußerst gewalttätig. Von der Antike bis heute. In Nordamerika, Südamerika, Afrika und Europa gehörte das Führen von Kriegen und das Ermorden Andersdenkender zum Alltag. Trojaner, Athener, Spartaner, Ägypter, Inkas, Mayas, Azteken, Mongolen, Chinesen, Japaner, Indianer, US-Amerikaner, heutige Europäer – sie alle haben stets versucht, ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen und tun das noch heute. Was Dich auch nicht weiter erstaunen dürfte – schließlich sind wir das Produkt einer Frssen-oder-Gefressen-Werden-Evolution.
Und noch etwas: Sicherlich sind die Motive für Deinen Aufruf zur Gewaltlosigkeit durchaus ehrenhaft.
Nur: Was denkst Du, wie zum Beispiel wir Europäer unsere Despoten und Unterdrücker losgeworden sind? Indem wir vor ihre Behausungen krochen, auf die Knie fielen und um Freiheit baten? Nein, im Kampf um unsere heutige Freiheit haben Tausende von Menschen über Jahrhunderte ihr Leben gelassen, und jedem einzelnen von ihnen sollten wir täglich danken für das, was sie für uns erkämpft haben.
Wenn niemand Hitler und seinen Mordgesellen mit Gewalt entgegengetreten wäre, wäre heute vermutlich der ganze Planet in den Händen der Drecksnazis und alle nicht-blonden, nicht blau-äugigen Menschen wären ausgerottet.
Darum, lieber Dalai Lama, muss ich Dir hier energischst widersprechen. Gewalt ist sicherlich alles andere als schön – gerade in der heutigen Zeit mit unseren fürchterlichen Waffen – aber Unterdrücker und Despoten auch mit Gewalt aus dem Amt zu jagen, kann durchaus ehrenhaft sein und langfristig Millionen Menschenleben retten.


22 Kommentare
Herr Parrot bekommt meine Unterschrift.
Da freut er sich, der Don.
Soll ich dir mal meinen Schlagstock zeigen, den ich kürzlich erwarb? *g*
Jetzt doch?
Ja, zeig her!
Hier: LINK
Wehe, das funzt nicht
Und nicht lachen, wo das Dil…Ding her ist *rofl* Das mach ich schon selber^^
Muaaaahahahahihi
Ich wollte gerade nachfragen.
Habt Ihr den Sack denn schon mal wieder getroffen?
Nein, zu seinem Glück nicht. Nachdem meine Bekannte aufgezählt hat, was sie alles mit ihm macht, wenn sie ihn wieder sieht…
Und der Hund blieb unverletzt?
Ja, der Kleine Tom Sawyer hat keine bleibenden Schäden davongetragen. Nachdem ich das erfahren hatte, konnte ich auch wieder (relativ) gut schlafen. :-)
Recht so. auch ein schöner Name, übrigens. Schreit allerdings geradezu danach, ihm einen Kumpel namens Huck Finn zu besorgen.
Naja, der neue in der Hunderunde heißt Guido. Jedesmal, wenn ich den Kleinen sehe, sage ich zu ihm: “Du armer Kerl, so ein bekloppter Name.” *ggg* Scheint ihn aber nicht zu stören.
Guido Baumann? *lol*
Der Dalai lama ist wirklich ein weiser mensch.
Aber der Mensch selber leider nicht. Ein kurzer blick auf die geschihte dürfte doch china zeigen wie furchtbar sie sich gegenüber Tibet verhalten…
Guido Baumann – den kannst auch nur du kennen…
Ich dachte spontan an Guido Knopp – oder Guido Meier, der Maler, der 2 Häuser von meinen Grosseltern entfernt wohnt.
Ich finde das Zeichen, das der Dalai Lama setzen will, richtig – nur dauert es so noch Millionen von Jahren – ah gut so, dann ist die Menschheit endlich verreckt.
Ausserdem wäre ein gewaltloser Frieden viel mehr wert als ein “erzwungener” – doch auch dafür ist der Mensch zu blöd.
Chris – geiles Teil – und was man damit alles machen könnte… *kopfkino*
Über den Sinn oder Unsinn von Gewalt möchte ich nicht nachdenken müssen. Viel schlimmer finde ich, dass es die Menschen überhaupt nötig haben, so zu reagieren. Es wäre für die Welt ein Leichtes, China wirtschaftlich zu sanktionieren. Damit könnte man sie wirklich treffen. Das will im Rest der Welt aber (fast) keiner, da es ja wiederum den eigenen wirtschaftlichen Interessen schadet. Hier liegt das Problem. Außer warme Worte will keiner was für Tibet geben.
Hi Frank, herzlich Willkommen im HoP.
Es ist halt die Frage, ob es heute noch möglich wäre, China wirtschaftlich zu sanktionieren, selbst wenn die westliche Welt ihre Reihen schließen würde. Mit der Republik Putin, den anderen ‘kommunistischen’ Staaten, Afrika und der moslemischen Welt hätten die Chinesen noch immer genügend Partner, die gemeinsam mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung stellen.
Und die Afrikaner haben sie ja schon in der Tasche mit ihrer Politik, zu zahlen ohne zu fragen, was in einem Land passiert.
Aber Du hast natürlich Recht: Auch hier im Westen wäre das nicht zu machen, da keiner auf diesen riesigen Markt verzichten will. Traurig aber wahr.
Allerdings nichts Neues, das gleiche gilt ja auch für den Iran und ähnliche Krisenherde.
@ Chutzpe: das Teil ist aus HOLZ, ich möchte nicht wissen, wo sie Splitter dann landen…
*räuspert sich*
Bitte vergessen sie nicht, meine Damen, dass Sie sich im HoP aufhalten.
Ich habs grad wieder vergessen, mit Splittern will ich nichts zu tun haben…
Don – wir waren anständig, das sind nur subitle Andeutungen in die du etwas hinein interpretierst – aufgrund meiner recht grossen Gewaltbereitschaft, könnte ich damit ja auch jemanden zermantschen wollen ;-)
Formale Anmerkung: Den Korrekturpunkt"Thema verfehlt“ gibt es normalerweise nur, wenn bei einer konkreten Fragestellung A auf eine inhaltlich anders lauten müssende Frage B geantwortet wird. Gruß
@Twister: Jetzt wollen wir aber mal nicht überpenibel werden, gelle? *g*